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Sehr unkreativer Titel, ich weiß.

Also, es wird hier tatsächlich um Geister gehen. Und zwar werde ich versuchen, die in der Serie vorkommenden übersinnlichen Phänomene - seien es Geister selbst, spirituelle Kräfte oder das Konzept von 'reishi' etc. - auf eine pseudowissenschaftliche Weise zu analysieren und in gewisser Weise zu erklären. Das Ganze ist nicht als 'canon' zu betrachten, es wird sich hauptsächlich auf aus dem Manga abgeleiteten, mir logisch erscheinenden Theorien bzw. Gedankenmodellen aufbauen und darüberhinaus vermutlich sehr langweilig für den Leser sein - es sei denn, er ist ein absoluter Fan oder hat sich schon immer besonders für die Funktionsweise der Kräfte/Fähigkeiten interessiert.

[In ähnlicher Form schreibe ich seit einiger Zeit eine (recht umfangreiche) Analyse zum Chakra aus 'Naruto']

Nein, dieser Blog ist nicht völlig ernst zu nehmen :) Ich sehe das als eine Art, den Manga als Werk an sich zu interpretieren und ihn durch Ausdruck der eigenen Fantasie wertzuschätzen - so, wie wenn Andere beispielsweise eine fanfiction schreiben oder fanart erschaffen. 


Der Aufsatz wird sich in mehrere Kapitel gliedern, die ich in nächster Zeit immer mal erweitern/vervollständigen werde (im Moment weiß ich noch nicht wieviele es werden oder wie lang die einzelnen sein werden). Als Referenz dient der Manga sowie die Movies; Filler, Spiele o.Ä. werden nur bedingt berücksichtigt.

Bilder folgen noch


Kapitel 1: Reishi und Materie

In Bleach sind die sogenannten reishi (übersetzbar als Geist-Partikel oder etwas kreativer "Spiritronen") der Ursprung alles Übersinnlichen: Der Leser soll sie sich wohl als eine Art Teilchen im Sinne der modernen Physik vorstellen, aus der sich alles 'Geisterhafte' zusammensetzt - genauso, wie normale Materie aus Molekülen, Atomen oder deren Bestandteilen aufgebaut ist. Da diese reishi also quasi die Grundlage für alle spirituellen Phänomene überhaupt zu sein scheinen, sollen sie in dieser Analyse auch als Erstes behandelt werden.

Was genau sind also Spiritronen? Um das herauszufiden, wollen wir sie mal mit normaler Materie vergleichen. Zuallererst kommt da die Aussage in den Sinn, dass sich reishi und kishi (die Bestandteile unserer Materie, Atome oder Moleküle) "nicht gut miteinander mischen". Obwohl das eine sehr ungenaue Wortwahl ist, kann sie eigentlich nur bedeuten, dass ein Spiritron und ein Atom oder Molekül (was auch immer in unserer Welt dem Maßstab eines reishi entspricht) nicht in der gleichen Weise und Stärke miteinander interagieren wie es zwei Materieteilchen tun würden. Die unmittelbare Auswirkung dessen ist der Umstand, dass Geister sowie alle aus reishi bestehenden Konstrukte für normale Menschen unsichtbar sind. Erst, wenn man selbst in Gestalt eines Geistes aus dem Körper ausgetreten ist oder schon zu Lebzeiten eine gewisse Menge an spiritueller Kraft besitzt, kann man sie wahrnehmen. Wie ist das möglich?

Anders als gewöhnliche Materie scheinen reishi also wohl kein Licht mit Wellenlängen ca. zwischen 400 und 800 Nanometern – das für den Menschen sichtbare Spektrum – zu reflektieren oder zu emittieren. Stattdessen könnte von einem Geist abgestrahltes Licht in Bereichen viel größerer (Infrarotstrahlung oder Radiowellen) oder viel kleinerer Wellenlängen (Ultraviolett, Röntgenstrahlung oder Ionisierende Strahlung) liegen, welche für uns unsichtbar sind, Geister wiederum könnten diese Bereiche wahrnehmen.

Eine andere Möglichkeit besteht natürlich darin, dass das 'Sehen' für einen Geist überhaupt nicht durch elektromagnetische Strahlung (also Licht), sondern durch eine ganz andere Wechselwirkung (die uns vielleicht gar nicht bekannt ist), erfolgt.

Auch wenn sie nicht sichtbar sein mögen, sind die Geister in Bleach allerdings bei jeder bis jetzt beobachteten Gelegenheit greifbar gewesen: Wenn sie nicht gerade fliegen bzw. in der Luft stehen, werden Shinigami von der Gravitation angezogen und stehen normal auf dem Boden, außerdem kollidieren sie beizeiten mit Wänden, anstatt durch diese hindurchzugehen. Reishi scheinen also einen physischen Widerstand für Materie darzustellen, es ist tatsächlich 'etwas da', auch wenn man es nicht sehen kann. Hingegen ist es gut vorstellbar (wenn auch nie wirklich gezeigt), dass die schwachen, fast durchsichtigen Geister von Verstorbenen, die in der Luft herum schweben (ein paar davon kamen in den ersten Kapiteln/Episoden vor), theoretisch auch durch Wände gehen könnten.

Rukia meinte im Kampf gegen Shrieker einmal in bezug auf Chad, dass die spirituellen Körper von Shinigami und Hollows auch von Menschen berührt werden können, und zwar wegen deren hoher Konzentration an reishi. Daraus könnte man z.B. schließen, dass eben die Dichte eines reishi-Konstrukts ausschlaggebend für seine Interaktion mit Materie ist: Während einzelne, freie reishi oder 'blasse' Geister, die nur aus verhältnismäßig wenigen lose zusammengefügten Spiritronen bestehen, nicht wechselwirken, haben nur Objekte, bei denen viele reishi stark komprimiert/in hoher Dichte vorliegen (starke Geister mit einem vollständigen Körper) genug Energie, um einen Widerstand für materielle Objekte (z.B. Wände) zu bilden.

Obwohl reishi und kishi also nicht gut zusammenpassen, so stehen sie doch andererseits in einer ganz besonderen Beziehung zueinander:

Man kann sagen, dass reishi in der materiellen Welt als 'Leben' auftreten.

Ein Konpaku, also eine zu einem geistigen Ebenbild einer Person geformte Menge von reishi, wirkt, wenn er in einem materiellen Körper steckt, als dessen Seele. Solange die Seele sich innerhalb des Körpers befindet, ist dieser lebendig, beim Tod verlässt ihn der Konpaku. Auch, wenn die Seele durch andere Mittel als den körperlichen Tod (durch Seelen-Austreibungs-Handschuhe oder Gikongans) herausgeholt wird, verfällt der Körper in einen todähnlichen Zustand. Die Seele im Körper bewirkt also das, was ein lebendiges Wesen von einer Leiche unterscheidet, d.h. sie scheint die biologischen Prozesse im Körper wie Herzschlag, Atmung, Hirntätigkeit etc. anzutreiben.

Neben Konpakus kann diese Aufgabe des 'Belebens' auch eine künstliche Seele, ein Gikongan, übernehmen, was den gleichen Effekt hat. Interessant ist nun, dass Gikongans aber auch in eigentlich nicht lebensfähige Dinge wie Puppen/Stofftiere eingesetzt werden können, welche dann genauso zum Leben erwachen (siehe Kon). Das zeigt, dass es für die Seele eigentlich kaum einen Unterschied macht, ob sie in einem richtigen Körper aus Fleisch und Blut oder einem pseudo-Körper steckt (ein Gigai ist ja vermutlich auch nicht wirklich aus 'Fleisch und Blut', sondern lediglich eine sehr gute Attrappe). Der Körper ist für die Seele nicht mehr als eine materielle Hülle oder 'Kleidung', etwas, dass die Seele braucht, um in der materiellen Welt zu handeln. Sie kann dagegen auch ohne materielles 'Gefäß' (nach dem Tod) in ihrer Reinform aus puren reishi problemlos 'weiterleben'.

Die Interaktion von reishi mit Materie begegnet uns noch bei einer weiteren Gelegenheit: Als er Ichigo das Prinzip von Fullbring erklärte, meinte Ginjo, dass nicht nur jedes Lebewesen, sondern auch jedes materielle Objekt eine eigene Seele, und sei sie noch so schwach, besitze. Und da Seelen aus reishi bestehen, bedeutet dass, dass jedes Ding in unserer Welt eine bestimmte Menge an reishi enthält. Diese Seele wurde dann konzeptionell auch als das 'dem Gegenstand innewohnende Potenzial der Nützlichkeit' beschrieben, und genau das ist ja der Trick bei Fullbring: Man bringt die Seele eines Objekts aus diesem hervor und verstärkt diese mit der im eigenen Körper steckenden Seele, wodurch sich auch der 'Zweck' oder die Nutzungsmöglichkeit des Objekts erhöht oder sogar transzendiert.

Ausgehend von der Idee des Fullbrings ist mir noch eine weitere Möglichkeit gekommen, wie Geister mit der materiellen Welt interagieren könnten: Vielleicht bilden sie ja tatsächlich gar keinen Widerstand für die Materie, sondern eigentlich für die darin enthaltene und damit vermischte Menge an reishi? Wenn ein Shinigami also auf dem Boden steht, könnte es sein, dass er sich in Wahrheit nicht vom Boden selbst, sondern von der 'Seele' des Bodens, also der darin enthaltenen Portion reishi, abstößt! Vielleicht kann eine Seele nur mit einer anderen Seele wechselwirken, und wenn sie eben dicht/energiereich genug ist, stößt sie mit den das Objekt beseelenden reishi zusammen.

(Sollte diese Idee wahr sein, so wird einem auch jetzt schon klar, wie Shinigami, Arrancar und Fullbringer 'in der Luft stehen' können: Sie stützen sich eigentlich von den in der Atmosphäre enthaltenen reishi ab.)

Das bedeutendste Merkmal, welches einen Geist von einem normalen Lebewesen unterscheidet, ist wohl dessen spirituelle Kraft, welche es ihm ermöglicht, all die übernatürlichen Dinge zu vollbringen, die in Bleach ja eine sehr große Rolle spielen.

Spirituelle Kraft ist grundlegend eine natürliche Eigenschaft eines jeden Geistes, welche jedes Lebewesen mit einer Seele besitzt. Warum besitzt dann nicht jeder übersinnliche Kräfte?

Bei den allermeisten Seelen ist die spirituelle Kraft so schwach ausgeprägt, dass sie eigentlich überhaupt nicht merklich vorhanden ist: Bildlich könnte man sich das so vorstellen, dass im Körper eines normalen Menschen nur eine sehr geringe Menge an reishi steckt – also eine 'kleine', schwache Seele. Die Kraft dieser Seele reicht gerade aus, um den Körper, in dem sie steckt zu bewegen, aber nicht, um darüberhinaus irgendeine Form von reiatsu zu produzieren, welches die Grundlage für die übernatürlichen Kräfte eines Geistes bildet.

In ganz seltenen Fällen mag es vorkommen, dass die Konzentration von reishi im Körper eines Lebewesen von Natur aus ein bestimmtes für das Leben notwendige Mindestmaß übersteigt, d.h. dass die Seele in ihm überdurchschnittlich stark ist: Diese Person wird dann schon zu Lebzeiten in der Lage sein, spirituelle Lebensformen zu sehen. Ebenso strahlen diese Menschen dann selbst bereits eine kleine Menge an reiatsu aus und können somit vom spirituellen Sinn anderer Geister wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite ist für solche Individuen die Gefahr, einem Hollow zum Opfer zu fallen, ungleich größer, da die reishi ihrer überdurchschnittlich stark ausgeprägten Seele natürlich ein gefundenes Fressen für die gefräßigen Geister darstellen.

Wie bereits gesagt, tritt so eine starke Spiritualität bei Menschen statistisch wohl extrem selten von selbst auf. In der Serie war dies bei Tatsuki, Keigo, Mizuiro und Chizuru sowie Orihime und Chad, noch bevor diese ihre eigenen Kräfte entwickelten, der Fall, die nach und nach begannen, Geister zu sehen. Später stellte sich heraus, dass dies jedoch hauptsächlich daran lag, dass sie sich häufig in der Nähe einer natürlichen Quelle großer spiritueller Kraft – nämlich Ichigo – befanden, bzw. eigentlich an der Anwesenheit des Hougyoku in Rukia selbst, welches deren unterbewusste Wünsche nach größerer Kraft erfüllte.

Ohne eine solche äußere 'Nachhilfe' haben also - von allen lebenden Wesen - eigentlich nur die Quincy und Fullbringer von Geburt an ein natürliches Potenzial für spirituelle Kräfte bzw. überdurchschnittlich stark ausgeprägte Seelen (zählt man Chad und Orihime als Fullbringer, so wäre es also theoretisch möglich gewesen, dass sie auch ohne das Hogyoku/Ichigos Präsenz früher oder später ihre Kräfte erweckt hätten).

Wir fassen zusammen: Jedes Lebewesens trägt in sich eine gewisse Menge an reishi, welche als dessen 'Seele' funktioniert. Sollte diese Menge ein gewisses lebensnotwendiges Minimum übersteigen, so kann die 'überschüssige' Portion reishi für spirituelle Kräfte bzw. übersinnliche Effekte eingesetzt werden.

Je höher die Menge der reishi einer Seele über dem Mindestmaß (die Menge die benötigt wird, um zu 'leben', d.h. den Körper anzutreiben) liegt, desto größere Mengen stehen für die Erzeugung von sprituellen Attacken oder sonstigen übernatürlichen Phänomenen zur Verfügung - folglich, desto größer wird die sprituelle Kraft des jeweiligen Geistes sein. Im Umkehrschluss gilt auch Folgendes: Ist die Menge der reishi, die eine Person für seine Attacken verwenden kann, aufgebraucht, und setzt derjenige die Attacke dennoch weiterhin ein, so müssen die reishi, welche als 'Brennstoff' dafür dienen, nun aus der weiter oben genannten lebensnotwendigen Menge stammen, die nicht dafür vorgesehen ist, für Attacken "verheizt" zu werden. Dieser kritische Wert ist jedoch das Mindestmaß, welche die Seele allein braucht, um sich am Leben zu erhalten. Wird ein Teil davon für äußere Effekte wie Attacken verbraucht, so zehrt dies direkt an der Lebenskraft bzw. Gesundheit des Geistkörpers (genau das hatte Kyoraku Chad während ihres Kampfes erklärt)!


Kapitel 2: Reiryoku und Reiatsu

In der Serie wurden für die 'spirituelle Kraft' eines Geistes zwei Begriffe gebraucht: Reiryoku und Reiatsu. Zwar setzte sich im weiteren Verlauf der story eigentlich immer mehr die Bezeichnung reiatsu durch, von reiryoku hörte man kaum noch etwas, jedoch könnte man tendenziell feststellen, dass reiryoku eher benutzt wurde, wenn es um die Kraft des Geistes selbst im Allgemeinen ging, und reiatsu sich eher auf die Stärke bzw. Funktion einer bestimmten Attacke bezog. Es steht fest, dass sowohl reiryoku als auch reiatsu ausschlaggebend für die Kampfkraft eines Geistes sind. Doch wodurch unterscheiden sie sich nun genau?
Generell kann man sagen: Reiryoku ist die Energie/'Stärke', die ein Geist besitzt, und Reiatsu der Effekt dieser Energie – reiryoku ist Potenzial und reiatsu die tatsächliche Wirkung (die Begriffe 'Energie'; 'Kraft', 'Potential' sind jetzt (noch) nicht im physikalischen Sinne zu verstehen - dazu kommen wir sehr viel später!).

  • Was macht reiryoku? Es ist im Allgemeinen ein Maß für die relative 'Stärke der Existenz' eines Geistes. Sie erhöht sich, wenn der Geist in eine lebensbedrohliche Situation gerät und diese überlebt, oder sich in der Gegenwart großer Quellen spritueller Krat befindet. Je mehr reiryoku er besitzt, desto mehr wird der Geist eine klare, vollständige Form haben, ebenso wird er womöglich auch körperlich stärker, widerstandsfähiger und vor allem ausdauernder sein. Letztlich hängt vom reiryoku wohl die natürliche Begabung/ das Potenzial für spirituelle Fähigkeiten sowie die Kraft, die er in eine Attacke hineinstecken kann, ab.
  • Was macht reiatsu? Es ist ein Maß für die tatsächliche Effektivität eines Kämpfers bzw. seiner Attacken. Es kann durch Training, Willenskraft und Erfahrung im Kampf erhöht werden und ist nicht wie reiryoku 'von selbst da', sondern muss bewusst erzeugt und aufrechterhalten werden. In erster Linie wirkt reiatsu als Aura einer Person, sie ermöglicht sprituelle Wahrnehmung und kann gezielt erhöht werden, um natürliche Fertigkeiten zu verstärken oder spezielle Techniken anzuwenden. Die Effektivität in Bereichen wie Kidou hängt vom reiatsu ab, ebenso wird es verwendet, um die speziellen Fähigkeiten des Zanpakutou zu aktivieren.

Einen wichtigen Hinweis darauf, was reiatsu sein könnte, liefert uns die Stelle, als Quilge Opie sein Vollständig einsetzt: Orihime, die sehr begabt im Erspüren von Quellen spiritueller Kraft ist, bemerkt, dass von der transformierten Gestalt des Quincy trotz dessen gewaltiger Kraft keine Druckwelle von reiatsu ausgeht, was sie darauf zurückführt, dass er als Quincy ja reishi anziehe statt ausstoße.
Das heißt also: Normalerweise strahlen die Transformationen von Arrancar oder Freisetzungen von Shinigami (welche im Gegensatz zu Quincy eigenes emittiertes reiatsu im Kampf verwenden) eine Druckwelle von komprimierten reishi aus, welche man als einen plötzlichen Schub von reiatsu wahrnehmen kann. Daraus könnte man nun ableiten, dass reiatsu an sich einfach reishi sind, die ein Geist ausströmt. Je mehr reishi er ausströmt oder je höher die Energie, mit denen sie emittiert werden, desto stärker das reiatsu.
Also können wir das Ganze etwas vereinfachen:

  • Reiryoku ist ein Maß dafür, wie viele reishi ein Geist besitzt. Je höher sein reiryoku, desto dichter bzw. komprimierter ist er an reishi. Demetsprechend ist seine Form ausgeprägter und 'stärker'. Noch etwas genauer könnte man sagen, dass reiryoku speziell die im vorigen Kapitel erwähnte Menge an überschüssigen reishi ist, also der Teil, welcher den kritischen (lebensnotwendigen) Wert an reishi in der Seele übersteigt - und daher für andere Zwecke als die Lebensaufrechterhaltung, z.B. für spirituelle Attacken, verwendet werden kann.
  • Reiatsu entsteht, wenn der Geist einen Teil seiner reishi aus dem Körper in die Umgebung ausströmen lässt. Erzeugung von reiatsu ist Aufbrauchen von spiritueller Kraft (reiryoku). Dementstprechend fehlen dem Geist danach einige reishi und er muss, anders als Konpaku die kein reiatsu nutzen – d.h. keine reishi aus ihrem Geistkörper austreten lassen – diese wieder in Form von reishi-enthaltender Nahrung zu sich nehmen, um seine Kraft wiederherzustellen.

Letztlich handelt es sich also sowohl bei reiryoku als auch bei reiatsu um eine Menge von reishi – der Unterschied liegt daran, ob sich diese quasi als 'Brennstoff' im Körper des Geistes befinden oder gerade in Form einer Attacke/Technik an die Umgebung des Geistes abgegeben wird.
(eine Analogie findet sich beim Vulkanismus: Solange es sich im Vulkan befindet, heißt das flüssige Gestein Magma, sobald es aber aus diesem herausfließt bzw. schießt nennt man es Lava. Dass heißt jetzt nicht, dass reiatsu und Lava irgendetwas gemeinsam haben, nur die unterschiedliche Bezeichnung funktioniert genauso wie bei reiryoku und reiatsu.)
Es hat sich vielfach herausgestellt, dass im Kampf mehr als das reiryoku eines Kämpfers das von diesem eingesetzte reiatsu für die Stärke seiner Attacken ausschlaggebend ist. Während reiryoku eben die rohe, ungerichtete Kraft ist, ist reiatsu die kontrollierte, zielgerichtete Anwendung derselben. Somit kann ein Geist einen anderen, welcher größere reiryoku als er selbst besitzt, durchaus besiegen, solange er größeres reiatsu aufrechterhält: Indem er z.B. mehr reishi aus seinem Körper in sein Schwert oder einen Kido-Zauber hineinströmen lässt, kann er eine stärkere Attacke erzeugen. Da er allerdings geringeres reiryoku, also eine kleinere Reserve an reishi besitzt, zehrt dies ungleich mehr an seiner Stamina und er muss den Kampf schneller für sich entscheiden, bevor er keine Kraft mehr hat.

Man kann reiatsu, den 'spirituellen Druck', auch etwas physikalischer nachvollziehen: Da sich (Über-)Druck immer 'ausgleichen' will, wird das reiryoku normalerweise gleichmäßig aus dem Körper strömen und sich dann schnell nach allen Seiten vom Körper weg verteilen. Damit ist es aber verflüchigt und steht somit nicht mehr für Attacken oder dergleichen zur Verfügung. Um reiatsu zu erzeugen, muss man also den Ausfluss seiner Aura kontrollieren, um ihn dann zu fokussieren und die Aura auf einen bestimmten Bereich einzudämmen, was eben Druck in den reishi erzeugt: Der Druck ist eine Größe, welche ganz allgemein die Kraft, die auf eine bestimmte Oberfläche wirkt, misst (P = F/A).
Es gibt somit zwei Arten, den Druck zu erhöhen und damit reiatsu zu erzeugen:

Entweder man erhöht die Kraft, also die Menge/Intensität der ausströmenden reishi. Das ist umso effektiver, je größer auch die reiryoku, also das Reservoir an reishi ist.

Die andere Möglichkeit besteht darin, den Auswirkungsbereich der Kraft zu verringern: Indem man die gleiche Menge an reishi auf eine kleinere Fläche kondensiert, erhöht man das entstehende reiatsu enorm! Das ist umso effektiver, je mehr Kontrolle man über sein eigenes reiryoku hat und ist unabhängig vom der tatsächlichen Menge an reiryoku.

Natürlich setzt reiryoku als Masse von reishi-Teilchen auf der anderen Seite dieser Kompression bei zunehmendem Druck auch einen zunehmenden Widerstand entgegen: Je stärker man die aus dem Körper austretende Aura fokussiert/komprimiert und damit Druck erzeugt, desto stärker 'will' sich dieser Druck wieder ausgleichen, d.h. die reishi streben danach, sich zu verteilen/verflüchtigen. Entsprechend muss man mehr Konzentration aufbringen, um die reishi durch willentliche geistige Anstrengung in der komprimierten Form zu halten (das reiatsu davon abzuhalten, sich zu verflüchtigen). Somit hängt also die Fähigkeit, starkes reiatsu zu produzieren, in erster Linie direkt mit der Fähigkeit zusammen, seine sprituelle Kraft (also die Aura von aus dem Körper austretenden reishi) mit der Willenskraft zu kontrollieren.

Mit diesen Überlegungen wird auch sehr gut klar, was Isshin bei seinem Kampf mit Grand Fischer über die Größe von Zanpakutos sagte: Es ist wahr, dass ein Zanpakuto umso größer ist, je mehr reiryoku ein Shinigami besitzt. Als Materialisation seiner spirituellen Kraft besteht das Schwert eben mit zunehmender reiryoku (Menge der überschüssigen reishi des Geistes) auch aus immer mehr reishi. Ab einem gewissen Level von spiritueller Kraft (dem Rang eines Kommandanten) spielt jedoch das reiryoku nur noch eine nebensächliche Rolle, vielmehr ist das reiatsu entscheidend: Würde die größe des Schwertes 1:1 das reiryoku, also die Menge der eigenen reishi wiederspiegeln, so würde es die Größe von Hochhäusern besitzen. Stattdessen muss der Shinigami die gewaltige Masse von reishi des Schwertes durch Ausüben von reiatsu auf die Ausdehnung einer normalen Waffe komprimieren – die gleiche Menge an Kraft ist auf einen viel kleineren Raum zusammengepresst, was den Druck ungleich erhöht!


Eine ähnliche Überlegung könnte man noch bei der Entwicklung von Hollow anstellen. Warum werden Hollows mit zunehmender Stärke immer kleiner und menschenähnlicher? Logisch gesehen müsste doch ein riesiger, bestialischer Hollow mit tierischen Merkmalen ungleich stärker sein als ein kleiner, zweibeiniger Vasto Lorde, da er ja durch seine enorme Größe mehr Muskelmasse und vor allem viel mehr reiryoku besitzt. Der Trick ist nun aber folgender: Ein Vasto Lorde muss gar nich unbedingt so viel mehr reiryoku besitzen als ein Adjuchas. Durch die mit dem Konsum von Seelen dazugewonnene Intelligenz hat er jedoch die Fähigkeit entwickelt, seine spirituelle Kraft ähnlich einem Shinigami zu kontrollieren um sie zu bündeln – die gleiche Masse an Kraft wurde auf einen Bruchteil der Fläche komprimiert, wodurch sich das entstehende reiatsu vervielfacht!
Man könnte sogar noch weiter gehen und dieses Prinzip als den Grund verstehen, warum sich Shinigami trotz ihrer kleinen, menschlichen Gestalt über Jahrtausende die 'Vorherrschaft' über nicht-menschliche Geister in den spirituellen Welten erhalten konnten: Durch konstantes Training im Schwertkampf lernten sie, ihre begrenzte Menge reiryoku so effektiv zu kontrollieren, dass das entstehende reiatsu um ein Vielfaches stärker war als die Massen des rohen, ungebündelten reiryoku der größeren Hollow. In dem selben Sinne wird klar, warum sich der Schwertkampf bei ihnen so bewährt hat: Wenn reiatsu stärker wird, je mehr es auf kleine Flächen gebündelt wird, was würde sich dann besser eignen als es in die Form einer Klinge (welche ja auch schärfer wird, je dünner die Schneide ist) zu bringen?

Letztlich würde ich reiatsu also sogar am Ehesten als das Maß für die Kontrolle ansehen, die ein Geist über seine spirituelle Kraft/reiryoku besitzt. Ist diese groß genug, so ist er in der Lage, die Konzentration, Bewegung oder sogar Form der aus seinem Körper ausströmenden reiryoku nach Belieben zu Manipulieren und sie dadurch selbst in eine tödliche Waffe zu verwandeln.

Weiter oben haben wir nun gesagt, dass reiatsu in Form einer Aura aus dem Körper austritt. Was genau passiert dabei? Außerhalb des Geistkörpers (also in der Luft) wird reiatsu als Flimmern oder Glühen sichtbar, bei hinreichender Konzentration nimmt es die Gestalt von verschiedenfarbigem, leuchtendem Dampf oder 'Flammen' an. Es scheint also in etwa die Eigenschaften eines energiereichen Gases zu besitzen (physikalisch könnte man es evtl. mit dem reishi-Äquivalent eines realen Plasma vergleichen).
Wir könnten uns reiatsu also ganz einfach wie eine Wolke (bestehend aus vielen kleinen Partikeln, den reishi) vorstellen, welche ein Geist verströmt. Je stärker diese 'Wolke', desto größere Effekte wird sie auf die Umgebung haben. Die Wolke verbreitet sich in der Umgebung um den Geist herum und hinterlässt somit die kleinen Partikel, aus denen sie besteht, in der Luft. Und so wie wir manche reale Gaswolken, die in der Luft versprüht wurden, an ihrem Geruch erkennen, so haben Geister einen bestimmten Sinn, mit dem sie in der Luft liegende reishi, die aus einem Geist als reiatsu ausgetreten sind, auch über Entfernungen wahrnehmen und somit andere Geister am von diesem verströmten 'reiatsu-Geruch' erkennen können: So funktioniert der spirituelle Sinn! Je stärker die verströmte Wolke war, desto deutlicher und weiter wird sie sich ausbreiten und spürbar sein. Auf der anderen Seite kann man (wie es auch in der Serie oft vorkam), indem man den Ausstoß seines reiatsu unterdrückt bzw. minimalisiert, seine eigene 'Präsenz' effektiv verbergen, was gerade im Kampf gegen andere geübte Kämpfer, die ihrem spirituellen Sinn, den Gegner durch dessen reiatsu orten zu können, unter Umständen mehr trauen als ihren Augen und Ohren, ungemein nützlich sein kann.
Anstatt seine Präsenz zu verbergen, kann ein Geist mit reiatsu natürlich auch den gegenteiligen Effekt erzielen, nämlich den Gegner seine Gegenwart deutlich spüren zu lassen: Da die Stärke des reiatsu direkt proportional zu der Fähigkeit des Geistwesens und somit der Gefahr, die es in einem Kampf darstellen würde, ist, wird eine intensive und deutlich spürbare reiatsu-Welle bei schwachen Geistern Furcht und bei erfahrenen Kämpfern Vorsicht gegenüber der Quelle des reiatsu auslösen. Je größer der Unterschied zur Stärke dessen, welcher das reiatsu spürt, kann es diesen also einschüchtern, vor Angst erstarre lassen oder sogar tatsächlich schaden.
Im den nächsten Kapitel werden wir sehen, dass jegliche spirituelle Techniken letztlich nur gezielte Anwendung von reiatsu, also Erzeugen einer bestimmten Aura sind.



Kapitel 3: ZanKenSouKi

Die Shinigami haben die Anwendungsbereiche spiritueller Kraft für den Kampf in vier grundlegende Kategorien eingeteilt: Zan (Schneiden), der Umgang mit dem Zanpakutou, Ken (Faust), der unbewaffnete Kampf mit dem bloßen Körper, Sou (Geschwindigkeit), worunter alle Techniken zur Fortbewegung fallen, und Ki (Dämon), die Anwendung von Kidou. Diese vier Gruppen bilden gleichzeitig auch die Grundlage für die Ausbildung und das Training eines Shinigami, im Idealfall vervollkommnet er sich in allen Bereichen gleich stark. 

Wie wir später feststellen werden, ist diese Einteilung recht allgemein und kann auch auf die anderen Gruppierungen spiritueller Kämpfer wie Quincy, Arrancar oder Fullbringer angewandt werden, deren Techniken sich manchmal nur namentlich unterscheiden.


3.1 - Ken

Da zu "Zan" vermutlich nicht nur konventioneller Schwertkampf, sondern auch die Anwendung der speziellen übernatürlichen Fähigkeiten des Zanpakutou gehört, ist dies das wohl komplexeste Kapitel und soll somit erst zum Ende dieses Aufsatzess behandelt werden. Ich fange daher hier mit dem einfachsten Kampfstil, dem 'Ken', an. 

Dass es sich dabei nicht bloß um eine gewöhnliche Kampfkunst handeln kann, sieht man leicht z.B. daran, dass Shinigami Stürze in Steinwände aus schwindelerregender Höhe nur leicht beschadet überstehen oder den Gegner mit einem Schlag viele Meter weit durch die Luft schleudern können. Es ist also klar, dass im speziellen Kampfstil spiritueller Kämpfer deren Körper weit über die natürliche Belastungsgrenze hinaus durch reiatsu verstärkt werden. Wie funktioniert das?

Wir hatten schon ganz zu Beginn festgestellt, dass die Seele im Körper eine Lebenskraft darstellt, welche diesen belebt und bewegt. Auch wenn bei Geistern deren Seele quasi den Körper selbst bildet, bleibt dieses Prinzip wohl das Gleiche. Darauf aufbauend haben wir gesagt, dass nun höhere spirituelle Kraft (überschüssige Vorrräte an reishi im Körper) logischerweise auch 'überschüssige' physische Fähigkeiten und Ausdauer bedeuten würde.

Wenn ein Shinigami nun einen Großteil seiner Gesamt-reiryoku auf ein bestimmtes Körperteil konzentriert, also überschüssige reishi dort ansammelt, so würde sich die Kraft dieser bestimmten Gliedmaße enorm erhöhen und die normalen Begrenzungen seines menschlichen (Geist-)Körpers bei Weitem übersteigen: Durch Ansammeln von reiryoku in den Armen könnte er seine Schlagkraft (oder die Kraft seiner Schwerthiebe) und die Möglichkeit, schwere Lasten anzuheben oder zu werfen auf übermenschliches Niveau steigern. Konzentration von reiryoku in den Füßen und Beinen würde extrem schnelles Rennen, meterhohe Sprünge oder sehr starke Kicks ermöglichen. Ein im waffenlosen Kampf geübter Shinigami wird in der Lage sein, die Konzentration seines reiryoku im Körper mitten im Kampf spontan zu ändern und der Situation anzupassen: Im einen Moment verstärkt er seine Faust für einen Schlag, im nächsten seine Beine für einen Ausweichsprung und kurz darauf z.B. beide Unterarme für einen Block. Somit wird jede natürliche Bewegung in der Hakuda-Kampfkunst durch passende 'Verlagerung' der reishi-Konzentration im Körper ergänzt und auf übernatürliches Niveau verstärkt.

Nach genau dem gleichen Prinzip müsste die übermenschliche Körperkraft mancher Mod-Souls funktionieren: Während ein normales Gikongan den Wirtskörper normal beseelt und dadurch bewegt, ist das Kaizo Konpaku künstlich so programmiert, dass es z.B. in Kons Fall die Beine 'stärker beseelt' – also erhöht mit reishi und damit 'Lebenskraft' versorgt – als den Rest des Körpers, sodass diese eine übermenschlich hohe Leistung (erhöhte Sprungkraft) erbringen können.


Hakuda ist also die von den Shinigami entwickelte Kampfkunst, bei der genau jene übermenschliche körperliche Leistungsfähigkeit zum Einsatz kommt. Eindrucksvolle Darstellungen davon lieferten u.A. Soifon, Yoruichi und Yamamoto. Die Grundlagen des Verlagerns von reiryoku im Körper zum Verstärken der eigenen Bewegungen sind jedoch keine Shinigami-exklusive Technik, die studiert und trainiert werden muss, sondern sollte eigentlich von jedem Kämpfer mit spiritueller Kraft intuitiv im Kampf erlernt und perfektioniert werden können, sodass sie irgendwann ohne bewusste Anstrengung möglich ist und auf natürliche Weise mit dem Bewegungsablauf zusammen erfolgt. Es ist sehr stark anzunehmen, dass Hollows oder zumindest Arrancar das auch können.


Doch selbst wenn sich die Muskelkraft des Geistes übernatürlich erhöht, so wäre er immer noch aus Fleisch und Blut und damit so verletzlich wie jeder normale Mensch. Wie erklärt sich also die unwahrscheinlich hohe Defensive der Shinigami? Jeder Geist mit spritueller Kraft erzeugt konstant eine gewisse Menge reiatsu, d.h. er stößt einen Strom von reishi aus seinem Körper aus. Was wäre nun, wenn ein Shinigami aus seinem gesamten Körper einen starken Strom von reiatsu austreten lassen und diesen dann um den Körper herum ansammeln würde? Es würde sich eine Art schützender Schirm aus komprimierten reishi um die Gliedmaßen bilden, welche den Körper darunter vor Schaden schützt! Diese 'unsichtbare Rüstung' aus reiatsu würde die Wucht von Attacken und Projektilen vom Körper abfangen oder durch den Druck sogar zurückstoßen, und Stürze abfedern. Andererseits wäre sie ziemlich kräftezehrend, da sie für eine gewisse Zeit eine konstant hohe reiatsu-Emission erfordert. Daher wäre die Technik wohl favorisiert von Shinigami, die ohnehin eine sehr hohe reiryoku haben (sich also wenig um hohen reiatsu-Verbrauch Gedanken machen müssen), während Kämpfer mit geringeren reiryoku-Vorräten wohl eher das Ausweichen von Attacken statt dem 'Einstecken' und Abwehren bevorzugen würden.

Das Problem des hohen Verbrauchs könnte ein Kämpfer umgehen, indem er seine reiatsu-Rüstung - statt sie um den gesamten Körper herum aufzubauen - auf eine bestimmte Region beschränkt (z.B. um die Hände herum, mit denen er einen Angriff abblocken will). Das setzt jedoch vorraus, dass er weiß, welches Körperteil getroffen wird, was diesen 'Partialschild' sehr riskant gegenüber Überraschungsangriffen macht, da der Rest des Körper verwundbar bleibt. 

Natürlich ist die Rüstung aus reiatsu auch nicht unzerstörbar: Da sie vom Grad der Kontrolle des Geistes über seine reiryoku – mit anderen Worten, seiner Fähigkeit, starkes reiatsu zu erzeugen, d.h. die reishi seiner Aura mit Willenskraft zu einer auf kleinstem Raum stark komprimierten Schicht um den Körper herum zu konzentrieren und somit eine mehr oder weniger stabile unsichtbare Schutzschicht zu kreieren – abhängt, können hinreichend starke Angriffe oder Erschütterungen diese Verteidigung auch durchdringen und dem Shinigami darunter Schaden zufügen. 


Im Allgemeinen kann die Technik der 'Aushärtung des Körpers' durch eine reiatsu-Schicht natürlich neben der Verteidigung auch hervorragend aggressiv eingesetzt werden: Ein Schlag oder Tritt von einer mit der reiatsu-Rüstung umgebenen Faust oder Fuß wird ungleich höhere Durchschlagskraft besitzen als die gleiche Attacke ohne die Rüstung gehabt hätte, außerdem nimmt der eigene Körper dabei durch den Aufprall weniger Schaden, da er ja durch den Schutzschirm geschütz ist. 

Wenn aber die Körper der Shinigami nun durch ihr reiatsu so widerstandsfähig gemacht wurden, dass sie Kollisionen mit Gestein und Metall unbeschadet überstehen, warum können sie dann immernoch von Schwerthieben anderer Shinigami verwundet werden? Müsste nicht die Klinge des Schwertes einfach an ihrer Haut zerspringen? Ganz einfach: Der Körper ist nicht das Einzige, was durch reiatsu verstärkt werden kann. Was wäre, wenn ein Shinigami reiatsu in sein Schwert hineinfließen lassen und anstelle seines eigenen Körpers die Klinge mit der besagten 'Rüstung' umhüllen würde? Die ohnehin schon aus solidem Metall bestehende Klinge würde weiter stabilisiert und verstärkt werden, bis sie diamantene Härte erreicht und die Schneidkraft des Schwertes könnte durch das starke reiatsu (Druck = Komprimieren von reishi auf die kleine Fläche der haarscharfen, d.h. sehr schmalen Klinge) bis ins Unermessliche gesteigert werden! Stellt man sich das vor, so ist es nicht mehr verwunderlich, dass Shinigami mit ihren Zanpakutou mühelos meterdicke Steine oder Ähnliches spalten können, ohne dass die Klinge dabei zerbrechen würde. Ebenso wird klar, dass selbst wenn das reiatsu, welches man um den eigenen Körper und die Klinge seines Schwertes hüllen kann, in beiden Fällen gleich widerstandsfähig ist, bei einer Kollision dennoch das Schwert das Fleisch spalten würde, da dessen Grundlage (Stahl) von Natur aus immer noch ein gutes Stück stabiler/härter ist als der Körper: Selbst wenn beide um den gleichen Faktor stabilisiert würden, bliebe diese Ausgangsdifferenz bestehen.

Treffen nun dagegen die Klingen zweier spritueller Krieger aufeinander, so findet ein Kräftemessen zwischen den reiatsu der beiden statt: Je nachdem, welcher der beiden die stabilere (höher komprimierte) reishi-Rüstung um sein Schwert aufrechterhalten kann, entscheidet sich, wessen Klinge zerbricht und wer im Kampf Schaden nimmt. Die höchste Ausprägung findet die reiatsu-verstärkte Kampfkunst in der Technik Shunkou: Statt der gewöhnlichen reiatsu-Schutzschicht werden hierbei die Arme und der Rücken mit einem offensiven Kidō, also mit z.B. zu Elektrizität oder Wind konvertiertem reiatsu, umhüllt. Dieses schützt nun nicht nur den Anwender, sondern entläd sich auch bei jedem Schlag auf den Gegner, was enormen zusätzlichen Schaden anrichtet, oder es kann für Hanki Sōsai verwendet werden.


Während die Shinigami die Technik der reiatsu-Rüstung nach derzeitigem Informationsstand unbenannt ließen, ist das Äquivalent der Arrancar hierzu das Hièrro. Es müsste im Wesentlichen nach demselben Prinzip funktionieren, nur dass der Arrancar sein reiatsu in seiner Haut selbst kultiviert statt es als Rüstung um den Körper herumzuhüllen, was der Haut die Härte von Eisen verleiht.

Quincy wiederum haben hier die Techniken Blut Vene (für Defensive) und Blut Arterie (Offensive), bei der sie eine Menge freier Umgebungsreishi (welche sie ja anstelle von eigener reiryoku für die Erzeugung von reiatsu benutzen) in ihren Blutbahnen sammeln. Der Vorteil hiervon könnte sein, dass der Körper nicht nur äußerlich wie von einer Rüstung gegen Schaden 'abgeschirmt' wird, sondern in seiner Gesamtheit, also auch das Innere, stabilisiert und gestärkt wird, da das Adernetz ja in jede einzelne Zelle hineinreicht. 



Fassen wir zusammen: Physikalisch gesehen spielen bei einem Zusammenstoß von - makroskopischen - Gegenständen (seien es die Fäuste zweier Kämpfer oder sich kreuzende Klingen) zwei Parameter eine Rolle: Der Impuls der jeweiligen Gegenstände (berechnet sich aus Masse des Objekts mal Geschwindigkeit, die es beim Stoß besitzt) sowie ihre innere Beschaffenheit (sozusagen 'Stabilität'). Beim Zusammenstoß wird in der Regel der Gegenstand mit dem höheren Impuls den mit dem geringeren Impuls zurückstoßen, wohingegen der mit der höheren Stabilität den mit der geringeren Stabilität unter Umständen beschädigt/zerstört.

Ein paar Beispiele hierzu:


  • Eine Bleikugel (große Masse M, Geschwindigkeit v) wird eine Plastikkugel derselben Größe (kleine Masse m, selbe Geschwindigkeit v wie die Bleikugel) bei der Kollision zurückstoßen, da ihr Impuls M*v größer ist als der der Plastikkugel m*v (strenggenommen gehen hier genau wie in den folgenden Beispielen immer von Zentralstößen aus)
  • Eine Bleikugel mit M*v wird von einer genauso schweren Bleikugel mit M*V (welche eine größere Geschwindigkeit V als die der ersten Kugel, v, besitzt) wiederum zurückgestoßen werden 
  • Eine Glaskugel mit dem Impuls m*V wird, wenn sie auf eine ruhende Metallkugel mit derselben Masse und m*v (kleinere Geschwindigkeit als die Glaskugel) trifft, zerspringen. Obwohl die Glaskugel einen größeren Impuls als die Metallkugel besaß, wird sie beim Zusammenstoß 'den Kürzeren ziehen', undzwar aufgrund ihrer deutlich geringeren inneren 'Stabilität'.


Übertragen wir dies nun auf spirituelle Kämpfe bzw. Zusammenstöße: Um also bei der Kollision zu 'gewinnen', wird ein Geist versuchen, in möglichst vielen der drei obigen Aspekte - Masse, Geschwindigkeit und Stabilität - stärker zu sein als sein Gegner. Wie kann er das anstellen?


  • Die Masse könnte er erhöhen, indem er ein größeres bzw. schwereres Schwert nimmt, oder beim waffenlosen Kampf einen massigeren, kräftigeren Körperbau als sein Gegenüber besitzt.
  • Höhere Geschwindigkeit kann er erreichen, indem er durch reiryoku-Verlagerung die Muskelkraft im entsprechenden die Bewegung ausführenden Körperteil verstärkt, wodurch er den Schwerthieb bzw. dein Faustschlag schneller/ mit größerer 'Wucht' ausführen kann.
  • Die Stabilität hängt schließlich von der Stärke bzw. Härte des reiatsu-Schildes ab, die er um seine Klinge oder ein Körperteil formt.


Wir sehen: Zwei der drei Faktoren, nämlich Geschwindigkeit und Stabilität, hängen überhaupt nicht mit den natürlichen Veranlagungen des Kämpfers wie seinem Körperbau/seiner Muskelmasse zusammen, sie sind einzig und allein von seinen spirituellen Fähigkeiten abhängig! (die natürliche, ohne Zuhilfenahme von reiatsu erreichbare Geschwindigkeit oder Stabilität ist bei dem Level, auf dem Shinigami kämpfen bzw. der Größenordnung der dabei frei werdenden Kräfte sicherlich zu vernachlässigen). 

Vor diesem Hintergrund ist es jetzt leicht nachvollziehbar, wie kleine, nicht muskulöse Kämpfer vielfach ungleich größere und vordergründig 'stärkere' Gegner überwinden konnten. 

Mit den Konzepten von reiryoku und reiatsu ausgedrückt würden diese Relationen folgendermaßen lauten:

  • größere reiryoku schlägt kleinere reiryoku
  • bei gleicher reiryoku entscheidet Stärke des reiatsu
  • bei großem Unterschied zwischen reiatsu der beiden Kontrahenten kann größerer reiatsu bei kleinerer reiryoku größeres reiryoku, aber kleines reiatsu überwinden


Ein Extremfall, an dem diese Gesetzmäßigkeiten sehr schön beobachtet werden können, war der Beginn des Kampfes Kenpachi vs Ichigo: Sollte das reiatsu des einen Kriegers um Größenordnungen stärker sein als das des anderen, so kann bereits der Schild, der unbewusst seinen ganzen Körper umgibt, widerstandsfähiger sein als das unter größter konzentrativer Anstrengung im Kampf erzeugte reiatsu, welches die Klinge seines Gegners stärkt – ganz nach den gerade erwähnten Regeln des Kollisionsprozesses war Kenpachi unverletzt, während Ichigos Hieb komplett gestoppt wurde und sogar seine Hände durch den Rückstoß verletzt wurden.



3.2 – Sō

Als zweites wollen wir uns die speziellen 'Bewegungstechniken' der Shinigami (Hōhō) anschauen. Das wohl berühmteste Beispiel für diese Kategorie ist der Shunpō (Blitzschritt), bei dem sich der Anwender über kurze Strecken so schnell bewegt, dass es für den Beobachter so aussieht, als würde er plötzlich verschwinden und woanders wieder auftauchen, sich also quasi 'teleportieren'. Diese Technik ist natürlich hervorragend dazu geeignet, um Überraschungsangriffe zu starten oder aber zu fliehen. Doch wie funktioniert sie genau?

Wir haben bereits im vorigen Kapitel gelernt, dass spirituelle Kämpfer ihren Körper durch die Kontrolle ihrer Reiryoku, der spirituellen Kraft, enorm verstärken und seine Leistungsfähigkeit weit über den menschlich möglichen Bereich hinaus steigern können. Es wäre also zunächst gut vorstellbar, dass das Shunpō lediglich darin besteht, für eine gewisse Zeit eine verstärkte Menge reiryoku in den Beinen zu sammeln, was deren Kraft erhöht und für eine kurze Strecke ermöglicht, mit enormer Geschwindigkeit zu sprinten. 

Jedoch ist die enorme Geschwindigkeit, mit der sich der Shinigami während des Shunpo fortbewegt, tatsächlich nicht der entscheidende Faktor: Was die Technik so effektiv im Kampf macht und ihr ermöglicht, den Gegner zu überrumpeln, ist die enorme Geschwindigkeit, mit der der Anwender verschwindet und wieder auftaucht. Müsste er erst Anlauf nehmen, also wie ein gewöhnlicher Sprinter seine Laufgeschwindigkeit aus dem Stillstand heraus konstant steigern, wäre es für den Gegner ein Leichtes, die Bewegung zu durchschauen und schnell genug zu reagieren. Was das Shunpo so gefährlich macht, ist also nicht seine bloße Geschwindigkeit (wielange dauert es, bis ich eine bestimmte Strecke zurückgelegt habe?) sondern seine unglaublich hohe Beschleunigung (wielange dauert es, bis ich aus dem Stillstand heraus meine Maximalgeschwindigkeit erreicht habe?). Im Bruchteil einer Sekunde wechselt der Shinigami aus einer 'entspannten', stehenden Haltung heraus zu seiner Höchstgeschwindigkeit, mit der er sich dann über eine bestimmte Strecke fortbewegt. Dies geschieht so schnell, dass seine Gestalt schlichtweg zu verschwinden scheint und man nicht einmal die Richtung erkennen kann, in die er loslief. Auch am Zielpunkt des Shunpo angekommen, reduziert sich die Geschwindigkeit nicht graduell ('Auslaufen'), sondern der Anwender erscheint einfach wie aus dem Nichts. Auch hier ist die (negative) Beschleunigung von der Maximalgeschwindigkeit zum Stillstand also das eigentlich Erstaunliche an der Technik.

Wie ist das möglich? Daraus, dass ein Shunponutzer beim Verschwinden und Auftauchen in der Regel eben keinerlei körperlichen Anstalten macht, die nach traditionellem Sprinten aussehen, ist es stark anzunehmen, dass nicht die eigentliche Körperkraft für die oben genannte Beschleunigung verantwortlich ist, sondern eine andere Kraft: Das Reiatsu.

Eine ganz konkrete Erklärung für ein solches Phänomen haben wir beim Hirenkyaku, dem Quincy-Äquivalent zum Shunpo der Shinigami, gegeben: Der Quincy erzeugt unter seinen Füßen einen 'Strom' aus Hochgeschwindigkeits-Reishi, von welchem er sich dann zum gewünschten Zielort tragen lässt. Es sind also nicht die Beine des Anwender, die die Arbeit bei dieser Art der Fortbewegung verrichten, sondern die vom Quincy manipulierten Umgebungsreishi! Indem er seinen eigenen Körper von diesem 'Wind' mitreißen lässt, ist es dem Anwender möglich, ohne große physische Bewegung explosive Beschleunigung zu erreichen und sich ebenfalls durch Reishi am Zielort genauso abrupt wieder abbremsen zu lassen. 

Diese Erklärung können wir nun ohne Probleme in abgewandelter Form auf das Shunpo übertragen: Anders als Quincy nutzen Shinigami nicht freie Reishi aus der Atmosphäre, sondern strömen diese selbst aus ihrem eigenen Körper – in Form von Reiatsu – aus. Statt sich von einem Reishistrom um den Körper herum tragen zu lassen, würde ein Shinigami also, um Shunpo anzuwenden, stattdessen einfach einen plötzlichen Stoß von starkem Reiatsu aus seinen Füßen oder dem gesamten Körper austreten lassen. Und diese ausgestoßen 'Wolke' von Reishi würde wiederum den Shinigami gemäß des Raketenprinzips in die andere Richtung beschleunigen – der Anwender stößt sich also mit seinem eigenen Reiatsu als Rückstoß vom Boden (oder, sollte er z.B. sich in der Luft befinden, dem umgebenden Medium) ab. Und auch beim Abbremsen nutzt er einen Reiatsu-Impuls in die seiner derzeitigen Bewegung entgegengesetzte Richtung zum blitzschnellen Anhalten. Der im Anime verwendete Soundeffekt beim Shunpo ist genau das Geräusch, welches der Reiatsustrom in der Luft erzeugt.

Wir sehen also, dass alle drei Bewegungs-Techniken, Hirenkyaku, Shunpo und Sonído, im Grunde auf demselben Prinzip beruhen, die Bewegung des Körpers für eine gewisse Zeit durch reishi von außen zu beschleunigen. Ähnlich wie im letzten Kapitel spielt also auch bei der Mobilität von spirituellen Wesen weniger ihre körperliche Verfassung als vielmehr ihre Kontrolle über Reiatsu eine Rolle: Personen, die sich allein von ihrer körperlichen 'Fitness' her nicht besonders schnell fortbewegen würden, können also unter Umständen physisch sehr gut trainierte Kontrahenten überholen, wenn ihre Meisterschaft über eine dieser spirituellen Bewegungstechniken größer ist. In der Praxis allerdings tendieren beispielsweise Shunpo-Meister wie Yoruichi oder Soifon auch dazu, tatsächlich sehr 'sportlich' zu sein -  es scheint also, dass körperliche Fitness/Schnelligkeit trotzdem sehr vorteilhaft für die Ausführung für Shunpo ist. Tatsächlich glaube ich, dass hierin der eigentliche Unterschied zwischen den drei oben genannten Varianten dieser Fähigkeit liegt: Im Grad, zu dem die Technik mehr auf 'natürlicher', körperlicher Schnelligkeit oder mehr auf Beschleunigung des Körpers von außen durch Reiatsu beruht.

  • Hirenkyaku ruft den Effekt der blitzschnellen Bewegung nahezu vollständig durch das äußere 'Mitreißen' des Körpers durch den Reishistrom hervor. Das macht Sinn, da zum Einen die Quincy von allen spirituellen 'Rassen' wohl das größte Talent im Manipulieren von Reishi haben, und sie zum anderen im Grunde ganz normale Menschen sind, die anders als Shinigami oder Hollow in der Regel keine 'übermenschlichen' körperliche Leistungsfähigkeit besitzen.
  • Shunpo beruht zu gleichen Teilen sowohl aus innerer körperlicher Schnelligkeit als auch auf dem Reiatsu-Schub von außen. Der Anwender vollführt einen blitzschnellen Sprint/Sprung, dessen Geschwindigkeit und vorallem blitzartige Beschleunigung durch das Reiatsu um den Körper herum verstärkt wird (beispielsweise könnte auch der Luftwiderstand bei der Bewegung durch Reiatsu verringert werden). Ein Shinigami kann sein Shunpo also auf zwei Arten verbessern, und zwar indem er entweder seine körperliche Fitness erhöht oder an seiner Reiatsukontrolle arbeitet.
  • Anwender von Sonído, also Arrancar, verlassen sich hauptsächlich auf ihre angeborene körperliche Fähigkeit sich sehr schnell fortzubewegen. Das macht Sinn, da sie von Hollows abstammen, welche von Natur aus eine höhere physische Konstitution als menschliche Geister besitzen. Zudem hieß es, dass Sonído (anders als das Shunpo, welches trainiert werden muss) eher eine instinktive Fähigkeit ist, zu der im Grunde jeder Arrancar veranlagt ist. Sie fokussieren hier also größtenteils ihr Reiatsu innerlich im Körper, um die Muskelkraft und damit Bewegungsgeschwindigkeit für eine kurze Zeit unglaublich zu erhöhen. Auch der Soundeffekt des Sonído unterscheidet sich von dem des Shunpo: Statt eines Geräusches, dass an den durch Reiatsu erzeugten Wind erinnert, hört sich das Sonído eher wie ein 'Überschallknall' an (das Geräusch, das man unter Umständen von Flugobjekten hört, die die Schallmauer durchbrochen haben). Das wird daran liegen, dass beim Soíido eben nicht wie beim Shunpo der Luftwiderstand durch Reiatsu vor dem Körper des Shinigami reduziert wird, sondern die umgebende Luft beim überschallschnellen Verschwinden oder Auftauchen des Arrancar schlagartig weggedrückt wird (als Druckwelle).

In diesem Video kann man die Soundeffekte beider Techniken zum Vergleich anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=tLQDVmiqicc

  • Die letzte Fortbewegungstechnik, das Bringer Light der Fullbringer, funktioniert im Grunde auch nach demselben Prinzip: Der Anwender vollbringt (in Ermangelung eines besseren Wortes dafür) den Boden oder die Luft, von der er sich abstößt, d.h. er nutzt die darin enthaltene Objektseele, um ihm bei seinem Sprung zu 'helfen' – so wie Ginjo bei seiner Erklärung von Fullbring die Seele seines Drinks dazu gebracht hat, ihm 'beim Trinken zu helfen'. Da die Seele nun aus nichts Anderem als Reishi besteht, ist dieser Prozess letztlich nichts Anderes als das, was die anderen sprituellen Wesen auch tun, nämlich ihre Bewegung durch Reishi um den Körper herum zu beschleunigen – einzig die Methode, mit der dieser Effekt erreicht wird, unterscheidet sich. Auf die Funktionsweise des Fullbrings werde ich aber in späteren Kapiteln noch genauer eingehen, deshalb an dieser Stelle nur soviel dazu.

Außer dem Shunpo und seinen Variationen gibt es nur noch eine weitere Technik, die unter den Bereich 'Hōhō' fallen dürfte: Die Fähigkeit, auf Luftschichten zu stehen und durch die Luft zu laufen. Auch Arrancar und Fullbringer sind dazu in der Lage, Quincy können ihr Hirenkyaku zu einer Plattform umfunktionieren, die denselben Zweck erfüllt. Fangen wir wieder bei den Quincy an, da das Ganze hier wohl am Leichtesten zu verstehen ist.

Statt wie beim Hirenkyaku einen konstanten Strom von Reishi zu erzeugen, der sie fortbewegt, sammelt der Quincy hierbei umgebende Reishi in einer dünnen, aber stabilen Schicht unter seinen Füßen an, die sein Gewicht tragen kann. Es stellt sich heraus, dass dieser Prozess das Gleiche ist, was alle den Garganta durchquerenden Wesen tun müssen: Die ungebundenen Reishi der Umgebung (in diesem Fall die Materie der chaotischen Dimension des Garganta) zu einem festen Untergrund zu formen. Dies fällt Quincy durch ihre natürliche Fähigkeit der Reishikontrolle deutlich leichter, aber auch Shinigami und Fullbringer (Chad) sind dazu mit größerer konzentrativer Anstrengung in der Lage. Uryu konnte seine Plattform sogar telekinetisch bewegen und so als 'Surfbrett' nutzen und fand später heraus, dass sie nicht nur im Garganta, sondern auch in einer Reishi-haltigen Atmosphäre wie der Hueco Mundos (und damit sicherlich auch in Soul Society) funktioniert. 

In späteren Auftritten waren die Plattformen, die Quincy zum 'Fliegen' nutzten, im Gegensatz zu Uryus Version unsichtbar und wurden eher wie das Luftlaufen der Shinigami eingesetzt. 

Auch Shinigami verfügen – zu einem geringeren Grad als die Quincy – über die Fähigkeit, Reishi in der Umgebung zu kontrollieren, und setzen sie in genau derselben Weise ein, um sich in der Luft zu bewegen. Dies erklärte bereits Zangetsu, als Ichigo beim Zusammenbruch seiner Inneren Welt fürchtete, vom Hochhaus zu stürzen.

Nachdem Yhwach den Seelenkönig absorbiert hatte, kontrollierte er alle Reishi in der Dimension des Königlichen Palastes. Somit konnte er verhindern, dass die dort eingedrungenen Shinigami Reishi unter ihre eigene Kontrolle bringen und für die Erzeugung von Plattformen nutzen – infolgedessen war Yushiro nicht in der Lage, sich wie gewohnt von der Luft abzustoßen. Das Hirenkyaku der Quincy und damit deren Fähigkeit zu fliegen funktionierte aber immernoch. Mayuri war so später in der Lage, spezielle Schuhe zu entwickeln, welche ein 'künstliches' Hirenkyaku erzeugen, das wie ein durch Reishi angetriebenes Düsentriebwerk funktioniert.

Dies unterstützt nochmal unseren Gedanken, demzufolge die Bewegungstechniken alle nach dem gleichen grundlegenden Prinzip funktionieren, nämlich sich mit reishi von der Umgebung, sei es der Boden oder die Luft, abzustoßen und so fortzubewegen.


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